Pfingstrosen sind seit Jahren der Inbegriff romantischer Gartenbeete und stehen aktuell hoch im Kurs bei den Hobbygärtnerinnen und -gärtnern. Ihre prachtvollen Blüten, das breite Farbspektrum und die außergewöhnliche Vielfalt machen sie zu einem Highlight im Frühlingsgarten.
Züchtung ein aufwändiger Prozess
Die Züchtung neuer Pfingstrosensorten ist ein Prozess, der viel Geduld und Leidenschaft erfordert. „Von der Kreuzung bis zur marktreifen Sorte vergehen oft sieben bis zehn Jahre“, verrät der Züchter Michael Miely aus Wallern an der Trattnach in Oberösterreich. Zuerst werden die Samen im Herbst geerntet, in die Erde gelegt und dann vergehen meist zwei Winter, ehe sie keimen. Die erste Blüte erscheint dann nach sieben Jahren. Ist die Pflanze neu und einzigartig, wird durch Stockteilung vermehrt. So dauert es Jahre, bis neue Pfingstrosen in ausreichender Menge verfügbar sind.
Besonders attraktive Sorten sind für Michael Miely die „Red Charme“ – super standfest und blüht länger als die heimische Bauernpfingstrose. Oder „Coral Charme“ – lachsfarbig und verfärbt sich im Verblühen in Cremegelb. Oder die weiße uralte Züchtung aus dem Jahre 1856: „Duchesse de Nemours“ (aus dem Jahr 1856) – mit hervorragendem Duft.
Weil diese Staude das ganze Gartenjahr ein Blickpunkt sein soll, kann man auch nach dem Laub auswählen. Mit runden, leicht behaarten Blättern, warten „x Chamäleon“ auf, eine Kreuzung aus der (unaussprechlichen) Paeonia mlokosewitschi mit Paeonia caucasica. Oder die rotblättrige Sorte Melot. Und schließlich eine Sorte mit gelblichem Laub, die bei dem Züchter Miely derzeit nur eine Nummer hat. Besonders beliebt ist die „Netzblatt-Pfingstrose“ (die man kaum unter diesem deutschen Namen kennt) oder Paeonia tenuifolia mit den fein geschlitzten Blättern und den kräftig roten Blüten.
Und so werden Pfingstrosen gepflegt
Pfingstrosen bevorzugen sonnige Standorte und tiefgründige, lockere Böden. Einmal gepflanzt, benötigen sie wenig Pflege. Sie sollten möglichst nicht umgesetzt werden. Regelmäßiges Düngen im Frühling und das spätere Entfernen verblühter Blüten fördern die Vitalität und Blütenpracht. Grüne, gesunde Blätter niemals abschneiden, sondern erst im Herbst nach dem Vertrocknen oder im Frühjahr entfernen. Ganz wichtig: Keinesfalls zu tief setzen, sondern gibt’s keine Blüten.
Generell gibt es drei große Gruppen: die heimischen Bauerpfingstrosen (Paeonia officinalis), dann die chinesischen Arten (Paeonia lactiflora) und die besonders eindrucksvollen Strauch- oder Baumpfingstrosen (Paeonia suffruticosa). Letztere verholzen und werden nur wenig bis gar nicht geschnitten.







