In meinem Kompost sind Unmengen an Engerlingen – sind das die Maikäfer?

Nein, das sind mit großer Wahrscheinlichkeit die Larven des Rosenkäfers (grün metallisch-glänzend), die nur abgestorbenes Material fressen. Dennoch so gut es geht aussortieren und auf einen Gartenweg legen – die Amseln holen sich die Leckerbissen rasch. Zu viele Rosenkäfer können [...]

Gibt es eigentlich eine Pflanze, die auch unter Sträuchern wächst, wo ein dichtes Wurzelwerk ist und kaum Wasser?

Das ist sicherlich einer der schwierigsten Plätze fürs Wachstum. Blumenzwiebel, wie Schneeglöckchen, Blausternchen oder Winterlinge gedeihen hier gut. Als Staude gedeiht das Japanische Waldgras gut. Ebenfalls bewährt hat sich bei etwas mehr Licht Epimedium.

Es heißt immer, man sollte möglichst alle Pflanzen im Herbst stehen lassen und erst im Frühjahr abschneiden. Ich finde aber, dass dann meine Zwiebelblumen Schaden nehmen. Was machen Sie?

Ich schneide einiges ab und lasse manches stehen. Dort, wo ich viele Frühjahrsblumenzwiebel setze oder gesetzt habe, mache ich das Beet im Herbst frei und mulche sofort mit Kompost.

Soll ich im Gemüsegarten nun noch umgraben oder ist es zu spät?

Generell wird im Biogarten, wenn über viele Jahre bereits die Erde mit Kompost versorgt worden ist, gar nicht umgegraben. Der Boden wird nur mit einer Grabgabel oder dem Sauzahn gelockert. Schwere Böden kann man allerdings auch jetzt noch umstechen.

Soll ich meine Kübelpflanzen jetzt im Herbst zurückschneiden? Ich muss sie alle im Keller überwintern und vor allem die Oleander sind enorm gewachsen!

Generell gilt, dass der Rückschnitt im Frühjahr besser ist, weil die offenen Schnittwunden in einem nicht optimalen Überwinterungsraum eine Eintrittsstelle für Pilzerkrankungen sind. Freilich: Sind die Pflanzen zu groß, wird man Wohl oder Übel den einen oder anderen Ast abschneiden.

Jedes Jahr ist es bei uns dasselbe: Kaum stehen die Kübelpflanzen im Keller, schwirren hunderte kleine schwarze Mücken im Raum herum. Sind das „Weiße Fliegen“, die im Winter mangels Licht „schwarz“ sind?

Nein! Das sind die sogenannten Trauermücken. Sie tauchen immer dann auf, wenn die Erde im Topf zu nass ist. Also viel weniger gießen und schon vor dem Einräumen versuchen, dass die Töpfe trockener sind.

Sie schreiben immer, man soll den Rasen organisch düngen. Was passiert leicht, wenn ich mit Kunstdünger dünge?

Mineraldünger versorgen die Wurzeln zwar unmittelbar mit Nährstoffen, reduzieren aber das Bodenleben. Organische Dünger füttern die Mikroorganismen und versorgen die Gräser über einen längeren Zeitraum. Gerade bei Mulchmähern (oder den Robotern) ist dies wichtig.

Vor ein paar Wochen sah mein Rasen ganz perfekt aus, aber jetzt werden die Gräser schon wieder hellgrün bis gelb. Ich hab im März gedüngt – allerdings noch nicht organisch, sondern mit Blaukorn. Was soll ich jetzt machen?

Ein Großteil dieses „Kunstdüngers“ ist bei dem vielen Regen ausgewaschen worden. Ich würde nun sofort mit einem organischen Dünger den Rasen versorgen. Wenn bisher generell nicht biologisch gearbeitet auch einen Bodenaktivator aufbringen. Das belebt den Boden.

Warum sollte man eigentlich als Biogärtner keinen Torf verwenden. Ich mische ihn mit Kompost und hatte damit bei den Balkonkisterln gute Erfahrungen und dünge nur biologisch?

Grundsätzlich ist Torf eines der tollsten Substrate für den Gärtner, denn er kann ihn für jede erdenkliche Kultur aufbereiten – mit Kalk, ohne Kalk etc. Aber das Material ist ohne Leben und deshalb nur mit Kunstdünger richtig verwendbar. Oder man [...]

Sind „Hybrid-Sorten“ tatsächlich schlecht? Ich finde die neuen Sorten oft sehr wuchskräftig und auch schmackhaft.

Die sogenannten „F1-Hybriden“ sind Züchtungen, die immer wieder neu gekauft werden müssen, also nicht samenfest sind. Ich finde, als Gärtner sollte man kein Schwarz-Weiß-Denken an den Tag legen. Alte Sorten sind fantastisch, aber auch eine Katastrophe. Und genau so ist [...]

Ich verwende EM seit einiger Zeit als Dünger im Garten. Reicht das aus oder mache ich da etwas falsch. Die Pflanzen wachsen zwar, aber nicht übermäßig.

Effektive Mikroorganismen sind kein Dünger. Sie aktivieren das Bodenleben und machen manche Stoffe pflanzenverfügbar. Langfristig muss aber mit Kompost und organischem Dünger zusätzlich der Boden versorgt werden. Die Robustheit der Pflanzen wird aber in jedem Fall gefördert.

Wir haben eine große Bonsai-Eibe im Vorgarten. Die Nadeln sind nun rötlichbraun und es zeigt sich noch kein Austrieb. Ist die Pflanze abgestorben?

Eiben frieren nie ab, aber sie verdursten im Winter. Besonders bei neugepflanzten oder in Töpfen gehaltenen Pflanzen kann es im Winter zu starken Trockenschäden kommen. Also immer gut gießen, auch wenn es Winter ist.