Reisezeit
admin2012-05-20T20:45:04+02:00Wenn Gärtner reisen... - dann ist bestimmt der Koffer zu klein. Jedenfalls bei der Heimreise.
In den fast 25 Jahren in denen ich als Biogärtner unterwegs bin, habe ich an den unterschiedlichsten Orten Vorträge, Sprechstunden oder Signierstunden abgehalten. Ob am Traumschiff des ORF im Hohen Norden oder in einer griechischen antiken Arena...
Es vergeht kein Gartenfrühling ohne ungewollten Besuch – die Familie Ente kommt Jahr für Jahr. Auch heuer war der kleine Teich, für Enten wohl das Fußbecken vorm großen Attersee das Ziel der Zweisamkeit. Wäre idyllisch und ein Bild, wie es sich der Naturgärtner wünscht.
Dass ich an allen erdenklichen Orten gefragt werde, hab ich an dieser Stelle schon mehrmals erzählt. Im heurigen Frühjahr kam eine neue Facette dazu. Vor dem Vortrag suchte ich noch schnell das stille Örtchen auf und wurde dort prompt gefragt..
Wohl jeder Gartenliebhaber kennt das erschütternde Erlebnis: der Oleander, letztes Jahr noch eine Prachtstück auf der Terrasse, ist über den Winter zu einem Strohgesteck geworden. Zu viel Kälte, doch zu wenig Wasser oder doch zu viel Wärme – die Zutaten sind mannigfaltig. Was tun, dachte ich mir vor einigen Jahren: radikal abschneiden, die Pflanze muss gerettet werden.
Gärtner erleben manchmal ganz dramatische Erlebnisse, wenn man den Verlust einer Pflanze als solchen bezeichnen will. Die Erfindung der Stecketiketten reduzierte zwar die Unfalltoten im Blumenbeet – aber nicht immer und überall lässt sich das machen.
Nach langer Zeit moderierte ich bei der Gartenmesse in Wels wieder eine TV-Sendung mit meiner lieben Kollegin Martina Rupp. Sie ist immer besorgt, dass alles perfekt aussieht – auch die Hände der Kollegen...
Es passieren schon kuriose und tragische Dinge in einem Garten! Der heurige Winter hat es gezeigt: ich denke hier nicht an die vielen „absolut winterharten“ Pflanzen, die der extreme Kahlfrost dahingerafft hat, sondern an zwei Tiergeschichten – eine tragische und eine kuriose.
Meine Gärtnerkarriere hat als Kind im elterlichen Garten begonnen, sich in der Studienzeit mit einer kleinen Fensterbank fortgesetzt, später ist daraus ein eineinhalb Quadratmeter großer Balkon geworden.
Das Schneeglöckchen – mit botanischem Namen Galanthus – kennt wohl jeder. Da und dort gibt es aber Verwirrungen, denn die Frühlingsknotenblume wird von vielen ebenfalls als Schneeglöckchen bezeichnet. Das Schneeglöckchen steigt dann in den Rang des „echten“ Schneeglöckchens auf. So weit so gut.
Egal wie das Wetter ist – treffen sich in diesen Tagen Blumen- und Gartenliebhaber, dann gibt’s nur ein Thema: Es kribbelt schon. Dann wird über Pläne und Ideen diskutiert, wie der Garten heuer aussehen wird, was angebaut wird und vor allem welche neuen Sorten man entdeckt hat.
Es ist schon spannend ein Jahr Revue passieren zu lassen – im Gedanken, aber auch am Papier. Im Gedanken ist es ein Träumen von blühenden Beeten, von überreicher Ernte von den saftigen Marillen und den köstlichen Heidelbeeren...