Hagebutten sind die Früchte der Rosen – dekorativ, wertvoll für Tiere und vielseitig nutzbar. Wer sie jetzt im Garten haben will, muss eines getan haben: nicht schneiden. Für einen reichen Fruchtansatz bleiben verblühte Rosen stehen. Besonders geeignet sind Wildrosen und historische Rosen mit ungefüllten und halbgefüllten Blüten, weil sie von Bienen, Hummeln und anderen Insekten gut bestäubt werden.
Im Biogarten wird mit Kompost, Mulch und Bodenpflege gearbeitet; chemisch-synthetische Spritzmittel und leicht lösliche Kunstdünger bleiben weg. Wichtig ist außerdem ein sonniger, luftiger Standort, damit das Laub rasch abtrocknet und die Pflanzen gesund bleiben.
Sehr empfehlenswert ist die Kartoffelrose, Rosa rugosa. Sie ist robust, salz- und windverträglich und liefert große, fleischige Hagebutten. Die Sorte Rosa rugosa ‘Strandperle Amrum’ passt gut in naturnahe Hecken und an raue Standorte. Sie blüht offen und bildet im Herbst auffällige rote Früchte, die lange am Strauch bleiben.
Weitere bewährte Kartoffelrosen sind Rosa rugosa ‘Rubra’ und Rosa rugosa ‘Alba’. ‘Rubra’ bringt kräftig rote Blüten und große Hagebutten, ‘Alba’ weiße Blüten und danach ebenfalls rote Früchte. Beide eignen sich für frei wachsende Bio-Hecken. Damit sie nicht vergreisen, werden ältere Triebe nur maßvoll bodennah entfernt – am besten im Spätwinter, nicht direkt nach der Blüte.
Für Abwechslung sorgt die Kastanienrose, Rosa roxburghii. Ihre stacheligen, kugeligen Früchte sind ein Blickfang. Die Sorte Rosa roxburghii ‘Lantern’ setzt mit ihren ungewöhnlichen Hagebutten besondere Blickpunkte. Sie sollte genügend Platz bekommen, damit sie locker wachsen kann; zu dichter Schnitt mindert Blüte und Fruchtansatz.
Die Hundsrose, Rosa canina, ist ideal für Naturhecken und liefert längliche, rote Hagebutten. Die Bibernellrose, Rosa pimpinellifolia, ergänzt sie mit dunklen bis fast schwarzen Früchten und verträgt magere, trockene Plätze. Die Vielblütige Rose, Rosa multiflora, trägt viele kleine Hagebutten in Rispen und ist besonders wertvoll als Nähr- und Schutzgehölz für Vögel.
Geerntet wird erst, wenn die Hagebutten voll ausgefärbt und leicht weich sind; ein erster Frost macht sie oft milder. Für Tee, Mus oder Marmelade nur Früchte von ungespritzten Rosen verwenden. Die Kerne und feinen Härchen im Inneren werden sorgfältig entfernt. Nicht alles abernten: Ein Teil bleibt für Amseln, Drosseln und andere Gartenvögel am Strauch.
Die wichtigste Regel lautet daher: Rosen für Hagebutten nicht wie reine Blütenrosen behandeln. Weniger Ausputzen, organisch düngen, standortgerecht pflanzen und im Winter Rücksicht auf die Tierwelt nehmen – dann wird der Rosengarten im Herbst zum lebendigen Vorratskammerl und zugleich zu einem farbenfrohen Schmuckstück.








