Ich denke oft an die Zeit zurück, als ich mit 12 Jahren im selbstgebauten Gewächshaus die ersten Pflanzen zog und im Gemüsegarten Erbsen, Bohnen und Salate anbaute. Das große Problem damals war nicht Trockenheit, sondern Nässe: Pilzkrankheiten im Glashaus, faulender Salat im Freien, fast täglich Regen.

Heute ist es umgekehrt. Hitze, Trockenheit und ausgetrocknete Böden bestimmen den Sommer. Selbst 20 Liter Regen sind nach zwei Tagen oft wieder verschwunden. Gießen hält vieles am Leben, doch echtes Wachstum findet immer öfter nur noch im Frühling und Herbst statt.

Der Klimawandel im Garten…

Der Klimawandel ist im Garten längst angekommen. Wir reden über Schatten, Mulch, Regenwasser und Bäume, die wochenlange Trockenheit aushalten. Der Garten wird mediterraner – manchmal schneller, als uns lieb ist.

Früher waren Tannen und Fichten selbstverständlich. Heute denkt man in warmen Lagen eher an Hanfpalmen, Feigen, Maulbeeren oder Kiwi. Vielleicht werden Feigen tatsächlich die Apfelbäume der Zukunft – zumindest an geschützten Hauswänden und in milden Regionen.

Doch ein warmer Sommer macht noch keinen sicheren Süden. Ein extremer Winter, ein paar Nächte mit strengem Frost oder kalter Ostwind zur falschen Zeit können Palmen, Feigen und andere Exoten schwer schädigen. Der Garten der Zukunft braucht Mut zu Neuem – und Demut vor dem Winter.