Eine Diskussion über Aberglauben hatte bei meiner Gartenreise in England kürzlich ein kurioses Ende gefunden. Aber von Beginn an: Ein blühender Holunder war der Auslöser. Einer der Gartenbesucher erzählte, dass sein Vater, wann immer er bei dem Gehölz vorbeiging, den Hut zog. Schnell wurde gegoogelt und vom Tor zur Unterwelt bis zur Apotheke der Armen ist da zu lesen und aus Ehrfurcht, so heißt es, hat man deshalb den Hut gezogen.

So gleich kamen andere Geschichten über den Aberglauben. So haben sich Männer in Italien immer dann auf einen Knopf gegriffen, wenn jemand etwas Unheilvolles ausgesprochen hat. Der Griff auf den (eisernen) Knopf sollte Unglück abhalten.

Die Pay-Funktion während des Kuckuck-Rufes

Doch dann erschallte genau während der Diskussion der Ruf des Kuckucks. Schnell zückte eine Frau ihre Geldtasche und öffnete sie, denn, so erzählte sie, das würde bedeuten, dass man keine Geldsorgen hat. Korrekt müsste es allerdings heißen: Wenn man das erste Mal im Jahr den Ruf des Kuckucks hört, dann sollte man die Geldtasche öffnen, oder mit Kleingeld klimpern.

Wobei sich nun die Diskussion entwickelte, was wir in digitalen Zeiten machen, wenn – wie in England vom Eis bis zur Toilette – alles nur noch mit Kreditkarte oder einer Bezahlfunktion am Handy beglichen wird. Ich nahm es gelassen, denn ich hatte beim Schrei des Kuckucks gerade meine Pay-Funktion am Mobil-Telefon geöffnet. Ich bin gespannt, was heuer passiert…