Bei einer meiner letzten Gartenreisen kam bei Diskussionen zwischen Rosenbeeten und Staudenrabatten plötzlich ein Thema auf, das so gar nicht nach Erde roch: KI – Künstliche Intelligenz. Schnell diskutierten wir über Chancen, Grenzen und die Frage, ob man solchen Programmen wirklich trauen darf. Ich erzählte, dass ich gelegentlich „Claude“ befrage, eine KI-App, die beim Formulieren, Nachschlagen und Sortieren von Gedanken hilft. Sehr praktisch, sagte ich, aber natürlich nicht unfehlbar. Manchmal liefert Claude kluge Antworten, manchmal liegt er daneben wie ein falsch gesetzter Kürbis im Staudenbeet.
Bleibt er den ganzen Sommer?
Einige Teilnehmerinnen hatten mit dieser digitalen Welt noch wenig am Hut – und genau daraus entstand die schönste Szene des Tages. Eine Dame, die wusste, dass meine Frau und ich unseren Garten seit einiger Zeit wieder weitgehend alleine betreuen, hörte immer aufmerksamer zu. Als ich sagte, dieser Claude sei im Großen und Ganzen ganz brauchbar, fragte sie mit großem Ernst: „Ah, der Claude – ist das jetzt euer neuer Gärtner? Ein Franzose? Wie alt ist er denn? Und bleibt er den ganzen Sommer?“
Ich ließ sie kurz im Ungewissen und sagte, ich hätte sogar ein Bild von ihm. Die Erwartung war groß – die Enttäuschung auch, als auf meinem Handy kein sonnengebräunter Helfer mit Strohhut erschien, sondern nur das schlichte Logo der App. Dann musste sie lachen. Wenig später lud sie sich Claude ebenfalls aufs Handy. Seither hat sie, zumindest digital, auch einen neuen Gärtner: einen, der nie jäten muss, aber zu allem eine Meinung hat.