„Grüezi“, hieß es für eine Gruppe von Gartenfreunden, die mich in die Schweiz begleitete. Auf dem Programm standen private Gärten und der Botanische Garten Zürich. Doch wie so oft zeigte sich: Nicht die großen Namen erobern die Herzen der Gartler, sondern kleine Paradiese hinter Gartentüren, bei denen man am liebsten bleiben möchte.
Gartenliebe auch in der Pension
So ein Paradies fanden wir bei einem Ehepaar, das die Pension nicht mit Ruhe, sondern mit noch mehr Garten verbringt. Er war Gärtner, sie Floristin – als Pflanze würde man sich hier wohl freiwillig einquartieren. Auf 800 Quadratmetern entstand ein Garten voller Leben: mit Pflanzen, Tieren, liebevoller Dekoration und jener Selbstverständlichkeit, die entsteht, wenn zwei Menschen wissen, was sie tun.
Jedes Detail passte: frische Blumen, kleine Arrangements und im Mini-Gewächshaus tropische Schmetterlinge – alle selbst gezogen. Draußen brannte die Sonne; anderswo wurden 38 Grad gemessen. Hier aber spendeten hohe Bäume Schatten, Sitzplätze lagen unter Blüten, begleitet vom Gluckern von Bachläufen, Quellsteinen und Brunnen. Fast meinte man, dieser Garten habe seine eigene Klimaanlage – schöner und ohne Stromrechnung.
Mitten zwischen hohen Wohnhäusern…
Das Großartige: Die grüne Oase liegt mitten zwischen hohen Wohnhäusern. Statt sich über neugierige Blicke zu ärgern, laden die Besitzer die Bewohner ein. So erleben sie den Garten nicht nur aus der Vogelperspektive, sondern mittendrin – zwischen Schatten, Blüten und Wassergeplätscher. Kein Wunder, dass er zum Liebling meiner Garten-„Voyeure“ wurde. Man schaut eben gern – noch lieber aber geht man hinein.