Wer glaubt, Gartenreisen bestünden nur aus blauem Himmel, Rosenduft und Strohhut, der war vermutlich noch nie wirklich unterwegs. In Wahrheit gehört zum echten Gartenabenteuer auch der Regenschirm. Und manchmal die Daunenjacke. Im September heißt es dann halt: Man fährt zur Blütenpracht – und landet beim Zwiebellook.
Die Stimmung fiel nicht ins Regenfass
So war es auch bei unserer Reise nach Niederösterreich: Safranmanufaktur, Naturteiche, Schaugärten – und schließlich die Gartenbauschule Langenlois. Dort standen wir vor Steinen, die nicht einfach herumlagen, sondern zu Denkmalen wurden: als Mauern, Brücken, Griller und kleinen Kunstwerken. Der Himmel spielte zunächst brav mit, doch dann kam das in diesem Jahr ersehnte Wetterfinale: Immer mehr schwarze Wolken, Donnergrollen– und der Regen prasselte herunter. Nur: Die Stimmung fiel nicht ins Regenfass. Im Gegenteil. „Endlich Wasser!“, hieß es von allen Seiten. In einer Gegend, die heuer schon viel zu lange auf Regen gewartet hatte, war der Guss fast so willkommen wie der Spritzer nach der Gartenführung.
Am nächsten Morgen tat der Herbst dann, was er am besten kann, wenn er gut aufgelegt ist: Er vergoldete alles. In der Arche Noah sahen wir, wie alte Gemüse- und Obstsorten für kommende Generationen bewahrt werden – also nicht nur Nostalgie fürs Hochbeet, sondern gelebte Zukunft von engagierten Mitarbeitern, die oft ganz andere Berufe erlernt hatten, sich aber nun ganz und gar dem Sortenerhalt verpflichtet fühlen.
Und unter alten Kirschbäumen schmeckte dann eine köstliche Gartenjause – in der Sonne. Da weiß man wieder: Das große Gartenglück muss nicht am anderen Ende der Welt warten. Manchmal liegt es gleich ums Eck – mit Regen, Sonne und regionalen Köstlichkeiten, die alles wieder gut machen.
