Veilchen – genauer Viola odorata – das wohlriechende Veilchen ist jetzt der zarte, kleine Star in Gärten, Parks und der Natur! Ob Poet oder bloß Spaziergänger: mit dem Blühen der Veilchen hat der Frühling endgültig seinen Einzug gehalten.
Lehmiger Boden bevorzugt
Im Garten entfalten die Veilchen ein zauberhaftes Farbenspiel – nicht nur in zartem Blau, sondern auch in sonnigem Gelb, weißem Glanz, feurigem Rot und als prachtvoll gefüllte Blüten. Manche Sorten tragen märchenhafte Namen, etwa „Baronne Alice de Rothschild“ in tiefem Purpurviolett, „Coeur d’Alsac“ mit rosiger Eleganz, „Mme Armandine Pages“ in sanftem Weiß-Rosa oder das goldene „Sulphurea“.
Alle haben eines gemeinsam: Sie lieben einen Standort mit lehmigem Boden, der allerdings in der obersten Erdschicht sehr humos ist – zum Beispiel durch Blätter, die verrotten. Daher wachsen Veilchen am liebsten unter Sträuchern. Zum Beispiel gemeinsam mit den Leberblümchen.
Und noch einen Wunsch haben sie: keine zu hohen Temperaturen. Wird es wärmer als 10 – 15 Grad, hören sie ziemlich rasch mit dem Blühen auf.
Generative Vermehrung
Einmal Veilchen – immer Veilchen! Sagt den Pflanzen der Standort zu, dann vermehren sie sich rasch – einerseits durch Ausläufer, andererseits durch Samen, die von den Ameisen verschleppt werden. Denn am Samenkorn befindet sich immer ein kleines „Zuckerpaket“, das ein Leckerbissen für die kleinen Krabbeltiere ist. Diese sogenannte generative Vermehrung (durch Samen) hat einen besonderen Reiz, denn plötzlich entstehen völlig neue Blütenformen und -farben.
Veilchen sind übrigens die Pflanzen der „jungen Liebe“ – der Duft ist allerdings so zart, das man oft an der Nase herumgeführt wird, ehe man die Veilchen findet.
Seit jeher begeistern übrigens Veilchen. Goethe schwärmt von ihnen, Kaiserin Elisabeth – „Sisi“ liebte die kandierten (verzuckerten) Veilchen und heute gibt es wieder viele Gartenliebhaber, die diese kleinen Pflanzen schätzen.
Veilchen sammeln verboten
Das sammeln in der Natur ist nicht lohnenswert (und auch verboten), denn über die Jahrhunderte wurden von den Gärtnern Sorten ausgewählt, die besonders große Blüten und intensiven Duft besitzen. Eine davon ist das Veilchen „Donau“, das aus Österreich stammt und seit etwa 1930 gezogen wird – es blüht beinahe als erstes, hat intensiven Duft und dazu noch lange Blütenstiele, die zum Pflücken einladen.
Der absolute Duftstar ist das Parmaveilchen. Es galt im 18. und 19. Jahrhundert in Frankreich als besonders begehrt; viele Gärtnereien rund um Toulouse spezialisierten sich darauf. Ein Virus vernichtete jedoch die Bestände. Heute werden virusfreie Pflanzen aus gesunden Zellen gezogen. Die Kultivierung ist aufwändig, aber das Parmaveilchen lohnt sich – es sollte geschützt gepflanzt und im Winter unbedingt vor Frost bewahrt werden.

