Wer in diesen Tagen in Gärtnereien oder Gartencenter geht, sieht sie zu tausenden: Weihnachtssterne und Christrosen. Das war aber nicht immer so! Der Weihnachtsstern, der heute mit botanischem Namen Euphorbia pulcherrima, also das allerschönste Wolfsmilchgewächs, heißt, hatte ursprünglich den botanischen Namen Poinsettie. Joel Robert Poinsett, der amerikanische Botschafter in Mexiko, brachte Anfang des 20. Jahrhunderts erste Stecklinge nach Kalifornien.

Deutsche Auswanderer erkannten in dieser Pflanze eine Chance, im Winter günstig Schnittblumen zu ziehen, denn als sogenannte Kurztagspflanze blühte sie immer erst ab November/Dezember. Später wurde daraus die Topfpflanze, die sogar mit einem eigenen Poinsettia-Day am 12. Dezember gefeiert wird und der dem kalifornischen Züchter Paul Ecke gewidmet ist.

Weihnachtsstern

Weihnachtsstern

Hunderte Sorten von Weihnachtsstern

Heute gibt es hunderte Sorten, die durch Züchtung kompakt wachsen, ohne Verdunkelung exakt im Dezember zu blühen beginnen, kaum noch Giftstoffe enthalten und extrem robust geworden sind. Weltweit werden in den nächsten Wochen an die 200 Millionen Pflanzen verkauft. Meistverkaufte Farbe ist nach wie vor rot, doch sind die pinken Sorten im Vormarsch. Auch zweifärbige Sorten sind beliebt. Mit blauer Farbe gefärbte Weihnachtssterne sind vor allem in den südlichen Ländern beliebt.

Weihnachtsstern "Pinke Princettia"

Weihnachtsstern „Pinke Princettia“

Pflege: Niemals „verkühlen“, sonst verliert die Pflanze rasch das Laub. Zum Transport gut einpacken. Gleichmäßig feucht halten, keine Staunässe und ein Mal wöchentlich düngen. Ab Mai kann man die Pflanze ins Freie stellen. Im September ins Haus und nun keinesfalls mehr in der Nacht künstlichem Licht aussetzen. Dann blüht er pünktlich zu Weihnachten.

Die Christrose – ein absoluter Newcommer

Die Christrose ist der absolute Newcomer in der Gartenszene. Noch vor zehn Jahren war sie eher ein Außenseiter, heute nimmt sie den zweiten Platz der Adventpflanzen ein. Vor allem in Österreich, Deutschland und der Schweiz, sowie in Großbritannien und den skandinavischen Ländern ist die Christrose ein absoluter Superstar geworden. Dabei hatte Helleborus niger, wie sie botanisch heißt, schon immer eine Bedeutung zum Weihnachtsfest. Sie war als Pflanze, die in Österreich heimisch ist und oft mitten im Winter zu blühen beginnt, im Brauchtum eine Besonderheit. Sie galt als Orakelpflanze und wurde in der Volksmedizin verwendet. Das macht man heute nicht mehr, denn sie enthält Giftstoffe.

Christrosen

Christrosen

Vor allem der deutsche Züchter Heuger hat den Begeisterungsschub für diese Weihnachtspflanze ausgelöst. Dutzende Sorten, darunter auch Kreuzungen mit den orientalischen Schneerosen und der stinkenden Nieswurz brachten blühfreudige und wuchskräftige Sorten.

Pflege: Christrosen sind keine richtige Zimmerpflanze und lieben sehr kühle Temperaturen. Ausgepflanzt mögen sie lichten Schatten, kalkhaltige, aber humose (Laubdecke!) Böden. Die jetzigen „Weihnachts“-Pflanzen erst nach Frostende in den Garten setzen. Bis dahin gut gießen.

Christrose

Christrose