Es gibt Gartenwerkzeuge, die kauft man – und solche, die nach fünf Minuten so tun, als hätten sie schon immer dazugehört. Meine neue Akku-Mini-Ketten-Säge gehört eindeutig zur zweiten Gruppe: handlich, fast harmlos auf den ersten Blick und doch erstaunlich kräftig. Dazu kam auch gleich eine Akku-Baumschere, leicht wie eine Gartenschere mit dem Auftrag fürs Grobe. Und weil neue Werkzeuge nicht im Regal altern dürfen, kam sofort die riesige Haselnuss mitten im Garten dran.

Nicht nur „höflich außen rundherum schnipseln“

Diese Haselnuss wird alle zwei Jahre zurückgeschnitten, ungefähr wie eine Kopfweide: nicht zimperlich, aber mit System. Alte, zu lange und kreuzende Triebe kommen weg, junge kräftige Ruten werden entfernt. Die herrlichen Herbsttage sind dafür ideal, weil keine brütenden Vögel gestört werden. Wichtig ist das Auslichten von unten her, nicht nur das höfliche Schnipseln außen herum. Licht und Luft müssen wieder hinein, sonst wird aus der Hasel ein grüner Besenschrank.

Die kleine Akku-Säge entwickelte Kräfte, die man ihr nicht ansieht. Ast um Ast fiel, die Baumschere knackte die dünneren Triebe, und die große Säge durfte bei den dicken Brocken zeigen, wieviel Kraft sie hat. Am Ende standen zwei Anhänger Schnittgut da. Das Werkzeug war nach Stunden noch schnittig, nur beim Gärtner meldete sich tags darauf der Muskelkater.

Fazit: Akku ist kein Spielzeug mehr, sondern echte Hilfe – mit Respekt. Schutzbrille, Handschuhe, ruhige Hand und – ganz wichtig – die zweite Hand immer weit weg vom Messer…