Nach der Hitze ist vor dem Wachstum! Viele Pflanzen wirken zwar nur müde, tatsächlich brauchen sie jetzt Wasser, Luft im Boden und ein wenig Nahrung. Wichtig ist: nicht hektisch alles auf einmal machen, sondern gezielt dort helfen, wo Trockenheit, verkrustete Erde oder welke Pflanzenteile sichtbar sind. Mit diesen 10 Maßnahmen kommt der Garten rasch wieder in Schwung:
- Gezielt starten: Nicht mit Radikalkuren beginnen, sondern zuerst beobachten. Wo hängen Blätter, wo ist der Boden hart, wo sind Lücken entstanden? Genau dort setzt man an. Gießen, lockern, mulchen und Kompost geben sind die vier wichtigsten Sofortmaßnahmen.
- Richtig gießen: Lieber seltener, dafür gründlich gießen. Ein kurzes Übersprühen hilft kaum, weil nur die Oberfläche nass wird. Besser sind etwa 20 Liter pro Quadratmeter, wenn es nicht regnet und ausreichend Wasser verfügbar ist. Am besten früh am Morgen direkt an den Wurzelbereich gießen.
- Den Boden lockern: Ist die Erde hart und verkrustet, dringt Wasser schlecht ein. Die Oberfläche vorsichtig mit Sauzahn, Kralle oder kleiner Hacke lockern. Das bringt Luft zu den Wurzeln, verbessert die Wasseraufnahme und unterbricht feine Kapillaren, über die Feuchtigkeit sonst rasch verdunstet.
- Kompost einarbeiten: Reifer Kompost ist jetzt die beste milde Stärkung. Nur eine dünne Schicht rund um Stauden, Gemüse und Sträucher verteilen und leicht oberflächlich einarbeiten. So bekommt der Boden Nährstoffe, Humus und neues Leben, ohne die Pflanzen zu überfordern.
- Mulchen: Nach dem Lockern und Gießen sollte die Erde bedeckt werden. Rasenschnitt, Laub, Stroh oder feiner Häcksel halten die Feuchtigkeit im Boden und schützen vor neuer Austrocknung. Wichtig: Mulch nicht zu dick und nicht direkt an empfindliche Stängel legen.
- Verblühtes und Krankes ausschneiden: Vertrocknete Blüten, gelbe Blätter und kranke Pflanzenteile entfernen. Das spart der Pflanze Kraft und beugt Pilzkrankheiten vor. Bei Rosen, Sommerblumen und vielen Stauden fördert ein sauberer Rückschnitt oft einen neuen Austrieb.
- Lücken nachpflanzen: Kahl gewordene Stellen im Beet können jetzt neu bepflanzt werden. Geeignet sind robuste Spätsommer- und Herbstpflanzen wie Herbstastern, Salbei, Gräser, Chrysanthemen oder Bodendecker. Nach dem Pflanzen gut einschlämmen und in den ersten Tagen regelmäßig kontrollieren.
- Kübelpflanzen prüfen: Topfpflanzen trocknen besonders schnell aus. Wenn der Ballen völlig trocken ist, stellt man den Topf in einen Kübel mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Danach gut abtropfen lassen. Staunässe ist genauso schädlich wie Trockenheit.
- Rasen erholen lassen: Gelbe Rasenflächen sind nach Hitze oft nicht abgestorben, sondern nur in Trockenruhe. Erst wieder mähen, wenn neues Wachstum sichtbar ist, und den Mäher höher einstellen. Feiner Kompost, organischer Rasendünger und bei Bedarf Nachsaat helfen beim Schließen der Lücken.
- Schädlinge und Pilzkrankheiten kontrollieren: Nach Stress sind Pflanzen anfälliger. Blattunterseiten, junge Triebe und dicht stehende Pflanzen kontrollieren. Blattläuse lassen sich oft abbrausen. Biospritzmittel punktuell anwenden.

