An den vielen heißen Tage heuer suchen wir den Schatten. Doch für viele sind schattige Gärten ein Problem. Viele Gartenliebhaber wissen mit den nicht sonnigen Bereichen oft nichts anzufangen, dabei sind gerade in diesen Bereichen oft sehr eindrucksvolle Gestaltungen möglich. Gerade in älteren Gärten, wenn Bäume und Sträucher größer werden, entstehen diese Schattenseiten. Wer im Garten eine ausgewogene Gestaltung gewählt hat, der wird mit diesen Schattenecken keine Probleme haben.

Wasserbecken im Zentrum des Schattengartens

Im Zentrum eines Schattengartens kann sich ein Wasserbecken befinden. Mit einem Quellstein, der im Laufe der Zeit bemoost wird. Das Murmeln und Glucksen des Wassers schafft eine beruhigende Atmosphäre. Wichtig sind auch hier wieder Sitzgelegenheiten, denn nur wenn dieser Gartenteil „bewundert“ werden kann, wird er gefallen finden. Als Wegmaterial kann Rindenmulch, Holzhäcksel oder auch bloß festgestampfte, lehmige Erde verwendet werden. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und das geringe Licht setzen auch diese Wege rasch Moos an – fast wie in den japanischen Gärten. Efeu und Farne gelten zweifellos als die Favoriten für den Schatten.

Efeu ist der Bodendecker, die Farne liefern die Struktur. Beide Pflanzenarten sind anspruchslos. Der Boden sollte humos und nicht zu trocken sein. Durch das Bedecken des Bodens mit Mulchmaterial können aber beide Vorlieben erreicht werden. Die Auswahl beim Efeu ist schier unendlich. Mehr als 700 Sorten sind in den letzten Jahrzehnten von Gärtnereien gezüchtet worden. Ob großblättrig oder mit Minilaub, ob dunkelgrün oder mit buntlaubigem Blatt, ob starkwachsend oder ganz langsam. Efeu hat übrigens ein interessantes Wachstum: nur in der Jugend bildet er die rankenden Triebe, kommt er „ins Alter“ und hat er genügend Licht, dann beginnt er zu blühen und stoppt das Wachstum. Efeu, der auf Bäumen klettert ist normalerweise kein Problem, erst wenn die Triebe zu dicht den Baum umarmen und ihm das Licht nehmen, kann er absterben.

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Farne sind besonders genügsam. Einmal gepflanzt machen sie keine Arbeit mehr. Im Gegenteil: Sind über den Winter die Farnwedel abgefroren, so sollen sie nicht abgeschnitten, sondern an der Pflanze belassen werden. Sie schützen die jungen, noch frostempfindlichen Pflanzenteile und geben im Sommer, wenn sie als Mulch zu Boden fallen einen Schutz vor dem Austrocknen. Der Boden im schattigen Teil eines Gartens ist meist leichter mit Humus zu versorgen, als andere Teile: Blätter und herabgefallene Äste können nämlich unter Bäumen und Sträuchern liegen bleiben und bilden schon nach wenigen Monaten, so wie in einem Wald, eine Mulchdecke, die das Bodenleben fördert. Unter anderem verstecken sich darin Laufkäfer, die zu den größten Schneckenvertilgern gehören. Sowohl die Schneckeneier, als auch die kleineren Nacktschnecken werden von diesen Käfern gefressen.

Pflanzen für den Schatten

Einige Farne, die besonders schön sind: Rippenfarn (Blechnum spicant), Wurmfarn (Dryopteris filix-mas), Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris), Perlfarn (Onolcea sensibilis), Königsfarn (Osmunda regalis), Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium), Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) und Schildfarn (Polystichum sp.). Besonders wüchsige Schattenpflanzen sind: Frauenmantel (Alchemilla molis), Bergenien (Bergenia sp.), Funkien (Hosta sp.), Kissenprimeln (Primula vulgaris), Kriechender Günsel (Ajuga reptans), Haselwurz (Asarum europaeum), Schaumblüte (Tiarella sp.), Silberkerze (Cimicifuga sp.), Astilben (astilbe so.), Glockenblumen (Campanula sp.), Gräser (z. B.: Japansegge, Schattensegge; Carex sp.) und Zwiebel- und Knollengewächse: Herbstzeitlose (Colchicum sp.), Krokus (Crocus sp.), Schneeglöckchen (Galanthus nivalis und elwesii), Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum), Blausternchen (Scilla bifolia), Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta).