Oft werde ich gefragt, wo das Herzstück des Gartens bei mir liegt. Wer mich kennt, der weiß die Antwort: der Komposthaufen. Denn nur wer mit viel Humus arbeitet, wird im Garten Erfolg haben, wird bei den Pflanzen kräftiges Wachstum erleben und weniger Schädlingsprobleme haben.
„Geteiltes Revier“ im Gemüsegarten
Die zweite große Liebe gehört dem Gemüsegarten, mit dem als kleiner Bub bei meiner Großmutter alles begonnen hat und den ich dann über Jahre mit meinem Vater gepflegt habe. Der Gemüsegarten ist allerdings ein „geteiltes Revier“. Ich säe und pflanze im Frühjahr, geerntet wird von meiner Frau, die schon beim Durchgehen durch die Beete das Mittagsmenü im Kopf hat und im Übrigen zunehmend auch die Pflegearbeiten übernimmt.
Eines konnte ich ihr zum Glück mittlerweile auch vermitteln – die Freude an den überraschenden Dingen im Garten: So „ernteten“ wir letztes Jahr viele Kartoffeln vom Komposthaufen, denn alles was „organisch“ ist – auch die ausgewachsenen Erdäpfeln – kommen auf unsere kleine Humusfabrik. Und so wachsen dann dort so manche Überraschungen. Oft besser als im eigentlichen Beet…
Einfach eine Herzensangelegenheit
Aber nicht nur dort: Von den Pastinaken, dem Kohl und auch den Karotten bleiben immer ein paar Exemplare im Beet stehen. Sie sind dann im Jahr darauf die blühende Zierde mit einer unvorstellbaren Attraktivität für Bienen und andere Insekten. Sie werden bis zu eineinhalb Meter hoch und mehr. So wächst oft aus dem Abfall eine Zufallsernte und der Nutzgarten wird zum Ziergarten. Einfach eine Herzensangelegenheit.