Mehr als vierzig Zitruspflanzen habe ich zuletzt ins Winterquartier geschleppt. Vierzig! Spätestens bei Nummer zwölf beginne ich mit dem Rücken zu verhandeln; bei Nummer zwanzig frage ich mich, ob die Zitronen aus dem Gemüseladen nicht auch genügt hätten…
Doch Orangen, Zitronen, Mandarinen, Kumquats und Limetten gehören längst zum Garten. Sogar die australische Kaviarlimette ist dabei: außen unscheinbar, innen voller kleiner Saftperlen – ein exotischer Star im Topf. Oder die Regenbogenorange (Bild oben!) – einzigartig!
Das ideale Winterquartier
Das Winterquartier sollte für alle hell, kühl und frostfrei sein, idealerweise bei fünf bis zehn Grad. Mein (mittlerweile viel zu kleines) Glashaus ist ideal dafür. Gegossen wird sparsam, aber der Ballen darf nie völlig austrocknen. Staunässe ist ebenso unerwünscht wie warme, dunkle Räume.
Beim Einräumen entdeckte ich auch Wollläuse – weiße, watteartige Gäste, die offenbar mitübersiedeln wollten. Die befallenen Pflanzen werden sofort behandelt – mit Rapsölpräparat und Orangenöl. Eigentlich kurios: Das, was sie lieben, vernichtet sie auch. Dabei fiel mir ein Satz ein, den ich einmal in einem englischen Garten gelesen habe: „Ohne Schlange gibt es auch kein Paradies.“ Im eigenen Garten besteht die Schlange eben manchmal aus Wollläusen, Schildläusen oder einem Topf, der jedes Jahr schwerer wird. Wenn im Frühjahr die ersten weißen Blüten duften, ist die Schlepperei vergessen. Mein Paradies ist nichts für einen schwachen Rücken – aber Masseur und Training machen es möglich. Denn es warten noch Oleander, Palmen und Oliven aufs Übersiedeln…




