Der Herbst ist für Gehölze nicht das Ende, sondern der beste Anfang. Während es oberirdisch ruhiger wird, arbeitet der Garten im Untergrund weiter: Der Boden ist vom Sommer noch warm, gut zu bearbeiten und ideal fürs Einwurzeln.
Jetzt ist die beste Pflanzzeit
Und so geht’s: Gepflanzt wird, solange der Boden offen und nicht gefroren ist. Besonders günstig sind jetzt wurzelnackte Gehölze, also ohne Topf und Erdballen. Vor dem Pflanzen kommen die Wurzeln ins Wasser, beschädigte Spitzen werden glatt nachgeschnitten, das Pflanzloch großzügig ausgehoben und die Erde gelockert. Danach wird kräftig eingeschlämmt, damit Erde und Wurzeln guten Kontakt bekommen. Nach dem trockenen Sommer ist das besonders wichtig, denn tiefer im Boden fehlt noch immer viel Feuchtigkeit. Eine Mulchdecke aus Laub, Häckselgut oder Rasenschnitt hält Wasser im Boden und füttert das Bodenleben.
Vielerorts ist Abverkauf
Ein angenehmer Nebeneffekt: Viele Baumschulen und Gartencenter bieten jetzt Abverkauf. Wer genau schaut, findet kräftige Gehölze, bewährte Sorten und manchmal echte Schätze günstiger. Wichtig bleibt der prüfende Blick: Die Wurzeln sollen vital und nicht ausgetrocknet sein, der Aufbau gesund.
- Obstbäume und Bäume: Apfel, Birne oder kleine Hausbäume kommen nun besonders gut in die Erde. Bei Obst lohnt der Blick auf robuste, regional bewährte Sorten. Das Pflanzloch wird breiter als das Wurzelwerk ausgehoben, die Wurzeln locker ausgebreitet. Ein Stützpfahl hilft jungen Bäumen, reifer Kompost verbessert den Boden – frischer Dünger gehört nicht an junge Wurzeln.
- Sträucher: Blütensträucher, Heckenpflanzen und Wildobst profitieren besonders vom Herbst-Pflanz-Termin. Felsenbirne, Dirndl, Kornelkirsche, Haselnuss, Weißdorn oder Schlehe bekommen jetzt einen Startvorteil. Gepflanzt wird so tief, wie die Gehölze zuvor standen, danach gut andrücken und gründlich gießen. Heimische Sträucher schmücken, nähren Insekten und liefern später Früchte für Vögel.
- Rosen: Rosen sind Klassiker der Herbstpflanzung. Wurzelnackte Rosen wachsen im Oktober und November zuverlässig an, wenn der Boden warm und die Luft schon kühler ist. Die Veredelungsstelle gehört etwa fünf Zentimeter unter die Erde, danach wird eingeschlämmt und angehäufelt.
- Beerengehölze: Ribisel, Stachelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren oder Jostabeeren danken für die Pflanzung im Oktober mit kräftigem Austrieb im nächsten Jahr. Heidelbeeren brauchen aber sauren, torffreie Moorbeet-Erde und viel organisches Material. Mulch schützt die jungen Wurzeln und hält Feuchtigkeit im Boden.
Ein wenig Botanik
Botanisch ist der Herbst die beste Pflanzzeit, weil Gehölze nach dem Laubfall kaum mehr Wasser verdunsten. Die Pflanze zieht Reservestoffe in Wurzeln, Knospen, Stamm und Rinde zurück – dort liegt nun die Kraft für den Neustart. Solange der Boden mild ist, bilden sich neue Feinwurzeln. Im Frühling muss die Pflanze nicht erst Anschluss suchen, sondern kann sofort Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Herbstpflanzung ist daher kein spätes Nachholen, sondern vorausschauendes Garteln.







