Meine große Gartenumfrage zum Auftakt des heurigen Gartenjahres hat gezeigt: Auch beim Garteln wird ein wenig gespart. Ungebrochen ist das Interesse an Bio-Produkten und an alten Sorten. Und: viele sprechen mit ihren Pflanzen!

 Etwas mehr als 900 Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner haben an der Umfrage teilgenommen, die ich auf meiner Website durchgeführt habe. Eins zeigt sich: Das Garteln ist nach wie vor „weiblich“ (rund 87 Prozent). Ebenso, dass der Garten eher in der zweiten Lebenshälfte interessant wird, aber immerhin schon jeder zehnte unter 40 ist. Bereits gut 65 Prozent meiner Umfrageteilnehmer gärtnern ausschließlich biologisch, nur mehr 9 Prozent verwenden ausschließlich Kunstdünger und „chemische“ Spritzmittel. Auf die Herstellung und Verwendung eigenen Kompostes setzen fast 68 Prozent und stellen mittlerweile das „Gold des Biogärtners“ selbst her. Torffreie Erden stehen für zwei Drittel hoch im Kurs.

Für immer mehr Menschen ist das Thema Selbstversorgung wichtig. Über 90 Prozent pflanzen auch eigenes Obst und Gemüse an. Hauptantriebspunkt: Sie wollen gesunde Lebensmittel ohne Gift und chemischer Rückstände ernten. Bei nahezu der Hälfte wird die Selbstversorgung jährlich mehr. Für über 70 Prozent sind alte Sorten dabei besonders bedeutend. Aber auch neue Züchtungen werden von der Hälfte der Umfrageteilnehmern gerne ausprobiert. Mit der Ernte ausschließlich zufrieden sind 45 Prozent, bei nur knapp 4 Prozent war der Lebensmittelanbau „vergebene Liebesmüh“. Beim Rest „könnte es besser sein“.

Das waren die Sorgen im letzten Jahr

Das eher trockene Jahr 2025 zeigt sich bei einem sonst gravierenden Problem: Mehr als 60 Prozent hatten in der vergangenen Saison wenig bis keine Schneckenprobleme, das deckt sich auch damit, dass im vergangenen Jahr die Umsätze bei Schneckenkornherstellern deutlich zurückgegangen sind. Auch die Reiswanze ist bei zwei Drittel noch kein Thema. Bei nur knapp 17 Prozent (eher Richtung Osten) gab es schon große Probleme damit. Dafür gehörten Läuse, Drahtwürmer, Kohlweißlings-Raupen, verschiedene Engerlinge, Dickmaulrüssler aber auch Mäuse zu den Gartensorgen im vergangenen Gartenjahr. Auch der Buchsbaumzünsler wurde immer wieder genannt (von den wenigen, wo der „Buchs“ noch überlebt hat).

54 Prozent hatte Probleme mit der Trockenheit, für etwa 10 Prozent war es letzte Saison zu nass. Deshalb ist auch die Bewässerung und die Anpassung an den Klimawandel bei gut der Hälfte ein „Problemthema“.

Über 95 Prozent fördern die Artenvielfalt

Für mich sehr erfreulich: Über 95 Prozent setzen auf unterschiedliche Maßnahmen, um die Artenvielfalt im Garten zu fördern (z.B. Blühstreifen, Insektenhotels oder Schaffung von Wasserstellen). Und immerhin 85 Prozent nutzen biologische Methoden zur Schädlingsbekämpfung wie Marienkäfer, Neemöl, Schachtelhalmextrakte u.v.m. Regional kaufen ist ein großes Thema: Drei Viertel kaufen zumindest teilweise ihren Gartenbedarf direkt beim lokalen Gärtner.

Für viele ganz wichtig: Mit Pflanzen sprechen

Ein wichtiges „Geheimnis“ von Hobbygärtnern, warum es besonders gut wächst, wurde oft erwähnt: Mit Pflanzen sprechen und ihnen auch sagen, dass man sie liebt & mit Herz und Freude gärtnern. Viele schwören auch darauf, der Natur freien Lauf zu lassen. Was wächst darf bleiben, was nicht wächst, darf gehen. Und das Wichtigste: Gelassenheit beim Garteln.