Nur noch wenige Tage, dann ist es wieder so weit und die herrlichen Blüten der Sonnenblumen erstrahlen wieder. Dieses Jahr aber vermutlich viel länger, als bisher, denn eine neue Sorte wird für Furore sorgen.

Begehrte Naschstation

Es ist schon gewaltig, wie Sonnenblumen in ganz kurzer Zeit wachsen. Vom kleinen Samenkorn bis zur drei Meter hohen Pflanze dauert es kaum länger als zehn Wochen. Mit den großen schweren Blüten und den hunderten Samen sind sie  zuerst für Insekten und später dann für viele Vögel eine begehrte Naschstation.

Sonnenblume

Sonnenblume

In den letzten Jahren sind viele neue Züchtungen entstanden. Von der kleinen Topf-Sonnenblume bis zur Premiere im heurigen Jahr, der „Sunbelievable“: Mit ihr ist den Züchtern eine kleine Sensation gelungen. Diese 50 bis 60 cm hoch werdende Pflanze blüht von Juni bis November. Außen kräftig gelb und innen in warmen Braunton. Warum sie so lange blüht? Hauptgrund ist wohl der einzige gravierender Unterschied zu den großen Schwestern: „Sunbelievable“ setzt keine Samen an und kann nur durch Stecklinge vermehrt werden. Die ganze Kraft geht damit aber in das Blütenwachstum und so verzweigt sie sich stark und blüht und blüht und blüht…

Sonnenblume "Sunbelievable"

Sonnenblume „Sunbelievable“

Einjährige Sonnenblume – ein Kind aus Amerika

Helianthus annuus – die einjährige Sonnenblume ist ein Kind aus Amerika. Genauer zwischen Nordmexiko und Süd-Kanada wurden diese Pflanzen bereits von der indianischen Bevölkerung angebaut. Zuerst für den Rohkonsum der Kerne, später zum gewinnen des Öls und eines Mehls zur Brot- und Fladenbereitung.

Die Pflanze gehört zu den Korbblütlern, wobei die Blütenköpfe selbst aus sehr vielen kleinen, unscheinbaren Blüten in der Mitte bestehen. Jede Blüte ergibt nach der Befruchtung einen Sonnenblumenkern. Der Name Helianthus rührt daher, dass die Sonnenblume ihr „Gesicht“ immer der Sonne zuwendet (helios = Sonne). Die Blätter sowie der Stamm sind mit einer leicht stacheligen Behaarung versehen.

Viele Sorten im Handel

Neben der Neuzüchtung „Sunbelievable“, sind viele Sorten für den Blumentopf im Handel. Die kleinste ist nur 30 – 40 cm („Pacino“) groß, gefüllte Blüten hat die Sorte „Teddybär“, besonders kräftig gelbe Blütenblätter hat die Sorte „Parade Gold“, die noch dazu stark verzweigt ist und damit besonders lange blüht und auch sehr gut für den Schnitt geeignet ist. Besonders beliebt sind auch die dunkelroten Sorten wie „Prado“ oder „Floristan“.

Sonnenblume mit gefüllten Blüten

Sonnenblume mit gefüllten Blüten

Die größten Blüten weißt die Sorte „Taiyo“ auf: auf den fast 2 Meter hohen Stielen sind große, dunkle Scheiben mit goldgelben Blütenblättern. Einzigartig „Moonwalker“ – die zitronengelben Blütenblätter leuchten auf 250 cm hohen Stielen. Einzigartig ist „Giganteus“ – der Name deutet es schon an: 3 – 5 Meter wird diese Sonnenblume oder auch „King Kong“.

Äußerst pflegeleicht

Im Prinzip sind Sonnenblumen äußerst pflegeleicht: Ein humoser Boden, der gut gedüngt ist und der gleichmäßig feucht gehalten wird, reicht aus. Kommt dann noch ein vollsonniger Standort hinzu, so werden die Sonnenblumen in den Himmel wachsen. Die größten Feinde der kleinen Sonnenblumenkinder sind die Schnecken. Hier heißt es aufpassen, denn oft sind schon über Nacht ganze Sonnenblumen im Schneckenmagen gelandet. Bei extremem Befall lohnt sich die Vorkultur in Töpfen.

Sonnenblumen halten in der Vase viele Tage lang, wenn man sie richtig behandelt: Nach dem Schnitt den Großteil der Blätter entfernen und dann die Stiele etwa 10 cm weit für einige Sekunden in kochendes Wasser tauchen. Erst dadurch werden die Zellen geöffnet und die Pflanze kann (auch ohne Wurzeln) Wasser aufnehmen.