Die Chelsea Flower Show ist ein typisch britischer Event. Zunächst natürlich, weil die halbe Nation der Gartenlust frönt und so Jahr für Jahr zur ältesten Gartenschau der Welt pilgert. Unvorstellbar für österreichische Verhältnisse, dass eine Messe schon Wochen vor Beginn ausverkauft ist und dass für Eintrittskarten weit mehr als 100 Euro bezahlt werden.

Gartenfreunde auf der ganzen Welt…

Dann die Ruhe mit Gedränge leben zu können. Wenn tausende Menschen die Gänge füllen, bleiben die Briten, sagen wir’s neudeutsch: „völlig cool“. Im Gegenteil: Das häufigste Wort, dass man auf der Gartenschau hört, ist: Sorry. Und so stellt man sich an: bei der Taschenkontrolle, beim Ticket kontrollieren, beim Tee-Stand, bei der Toilette und natürlich bei den Schaugärten. Schritt für Schritt bahnt man sich den Weg in die erste Reihe, um den Garten in seiner vollen Pracht zu sehen und – jetzt kommt es – es wird sofort mit allen umstehenden Gartenfans geplaudert. „Nice“ – „Wonderful“ – „Gorgeous“ oder ganz aktuell als die gängigste Lobeshymne: „Amazing“.

So und weil wir schon beim Smalltalk sind: In den fast bis auf den letzten Platz gefüllten Catering-Bereichen setzt man sich (natürlich nach Rückfrage) zu anderen Gästen und Minuten später wird schon über das Garteln geplaudert. Da sind Gäste, die aus Südafrika sofort Tipps für besondere Gärten geben, oder aus Nordengland, wo man ganz einzigartige Gartenparadiese findet, wo man sonst nicht reinkommt, und schon werden Telefonnummern getauscht und den ganz Wirbel rundherum vergisst man. Genau das ist das besondere an Chelsea – auch nach 34 Jahren!

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