Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie ich in meiner Jugend beim Gärtner die Kultur der Hortensien verfolgt habe. Sie waren groß in Mode. Damals wurden im Herbst die Stöcke mit Erdballen in den Gangeliefert und im kalten Gewächshaus auf den Tischen gelagert, dann im Winter getopft und so vorgetrieben, damit sie genau zum Muttertag zu blühen begonnen haben. Weiße, rosarote und blaue Sorten gab es – und das war’s.

Wer damals diese „Muttertagspflanze“ schenkte, der gehörte zu den absoluten Spießern. Erste Orchideen kamen auf – die waren damals gefragt.

Und wie sieht es heute aus? Orchideen, konkret die Phalaeonopsis, sind Alltag und Massenware. Und die Hortensien? Aus den wenigen Sorten sind heute hunderte geworden und eine absolute Nummer 1 im Frühling, im Sommer und genau so im Herbst. Im Zimmer genauso wie im Garten. Und kein Jahr vergeht, dass nicht irgendwelche neue Sorten auf den Markt kommen.

Der letzte Schrei waren zuletzt die Bodendecker-Hortensien. Besonders frostfest und pflegeleicht. Genau daran arbeiten die Züchter. Immer blühend und wenig wählerisch, was den Boden betrifft. Denn eines sollte man bei aller Liebe zu der Pflanze beachten: Sie lieben feuchte Standorte (Hydrangea – so der botanische Name – bedeutet die Wassersuchende) und so weit wie möglich kalkfreie Böden. Dann gibt’s Blüten nicht nur ein Jahr, sondern viele Jahre – außer die Mode ändert sich wieder.