Eigentlich müsste ich richtigerweise Südtiroler Überraschungen schreiben, aber die Exkursion mit Kollegen von Natur im Garten nach Meran war doch von einer italienischen Überraschung begleitet. Gemeint ist nicht das Essen, das selbst in der Kantine des Versuchszentrums Laimburg beinahe Haubencharakter aufweist, oder auch im Restaurant der Gärten von Trauttmansdorff – ein Juwel unter den Schaugärten.

Die strengsten Biorichtlinien sind in Italien!

Genau dort gab es aber die Überraschung: Nicht dass diese seit 25 Jahren bestehende Anlage komplett ökologisch bewirtschaftet wird, sondern dass Italien seit 2018 von einem Tag auf den anderen die strengsten Biorichtlinien für öffentliche Anlagen gelten. Es darf nun dort kein sonst zugelassenes chemisches oder biologisches (!) Spritzmittel verwendet werden. Zugelassen sind in Parks, auf Golfplätzen, in Freibädern oder eben in Schaugärten nur Pflanzenstärkungsmittel. In den ersten Jahren schien es unmöglich, doch heute gibt es zahlreiche Produkte, die eine absolute Pflanzengesundheit garantieren. Mikroorganismen, Mykorrhiza und unzählige andere Pilzpräparate sind die absolut biologische alternative. Und der Besuch in Meran und Bozen hat gezeigt: Die Italiener haben es richtig gemacht, denn nur wenn es keinen Ausweg gibt, findet der Mensch (und die Wirtschaft) einen Ausweg.