Symphyotrichum – schon dieser fast unaussprechliche botanische Name lässt vermuten, dass die gute alte Herbstaster botanisch einiges hinter sich hat. Viele der vertrauten „Astern“ tragen heute diesen neuen Namen, bei dem man sich beinahe die Zunge verrenkt.
Anderer Name – vertraute Schönheit
Warum diese Namensänderung? Früher ordnete man Pflanzen vor allem nach dem ein, was man sehen konnte: Blütenform, Blätter, Wuchs. Nach neuen genetischen Untersuchungen zeigte sich aber, dass die nordamerikanischen Herbstastern mit den europäischen Astern nicht so eng verwandt sind, wie ihr ähnliches Aussehen vermuten ließ. Damit die botanischen Gattungen wieder die tatsächliche Verwandtschaft abbilden, wurden viele Arten aus der alten Gattung Aster herausgelöst und neu zu Symphyotrichum gestellt. Für uns Gärtnerinnen und Gärtner heißt das: Am Pflanzenetikett steht nun ein anderer Name – im Beet aber bleibt dieselbe vertraute Schönheit.
Die wichtigsten Gruppen
Zu den wichtigsten Gruppen zählen die niedrigen Kissen-Astern für Beetkanten, Steingartenbereiche und Töpfe, die kräftigen Raublatt-Astern wie Symphyotrichum novae-angliae, die eleganter wirkenden Glattblatt-Astern wie Symphyotrichum novi-belgii sowie die fein verzweigte Myrten- oder Erikaaster Symphyotrichum ericoides, die wie ein zarter Blütenschleier über dem Beet liegt. Dazu kommt die Bergaster Aster amellus, die ihren alten Namen behalten durfte und in sonnigen, eher mageren Lagen eine besonders dankbare, langlebige Gartenstaude ist.
Besonders schöne Sorten
Besonders schön sind Sorten wie „Alma Pötschke“ mit ihrem leuchtenden, fast schon frechen Rosarot, „Violetta“ in tiefem Purpur, „Herbstschnee“ in klarem Weiß oder „Barr’s Blue“ mit blauviolettem Flor. Für kleinere Gärten und den Vordergrund empfehle ich kompakte Sorten wie „Rosenwichtel“, die nicht auseinanderfallen und auch im Topf eine gute Figur machen. Wer es natürlich liebt, pflanzt hohe Astern nicht als Soldaten in Reih und Glied, sondern locker zwischen Gräser, Fetthenne, Sonnenhut, Herbst-Anemonen und vielleicht ein paar Samenstände des Fenchels.
Einfache Pflege
Die Pflege ist leicht: Herbstastern wollen Sonne, einen humosen, frischen bis mäßig feuchten Boden und genügend Abstand, damit die Blätter nach Regen rasch abtrocknen. Gepflanzt wird jetzt oder im Frühjahr. Den Ballen vorher gut wässern, das Pflanzloch großzügig lockern, reifen Kompost einarbeiten und danach gründlich angießen. Mulch aus Laub oder Rasenschnitt in dünner Schicht und etwas Kompost im Frühjahr sind die beste Versicherung für kräftige Pflanzen.
In Trockenzeiten wird gleichmäßig gegossen. Hohe Sorten stützt man frühzeitig mit Reisig, Staudenringen oder unauffälligen Stäben – am besten, bevor man sie braucht. Nach der Blüte Stängel bis zum Frühjahr stehen lassen. Sie sind Winterschmuck und Unterschlupf für kleine Tiere.

