Der Jahrhundert-Sommer geht tatsächlich zu Ende und schneller als man meint, zieht der Herbst ins Land. Doch keine Panik. Die goldenen Wochen die bevorstehen sind für die Gartlerinnen und Gartler geruhsamer als man denkt. Heute einmal all das, was wir nicht machen:
- Rosen schneiden
Rosen lassen wir im Herbst in Ruhe. Der große Schnitt kommt erst, wenn im Frühjahr die Forsythien blühen – diese einfache Naturregel schützt vor Schäden durch Spätfrost. Nur was wirklich stört oder bricht, darf zurückgenommen werden. Alles andere bleibt stehen: naturgemäß, pflanzenschonend und im Sinne eines gesunden Gartens.
- Laub wegsaugen
Laub ist kein Abfall, sondern Gartengold. Wer es wegsaugt, nimmt dem Boden Schutz, Humus und vielen Nützlingen das Winterquartier. Unter der Laubdecke leben Laufkäfer, Marienkäfer und andere kleine Helfer, die im Naturgarten unbezahlbar sind. Darum gilt: Wege freihalten, Beete bedeckt lassen – ein bisschen Unordnung ist beste Gartenpflege.
- Sonnenhut und Rispenhortensien
- Herbstzeitlose
- Der Herbst ist noch voller Blüten
- Gräser und Stauden abschneiden
Gräser und viele Stauden haben jetzt den großen Auftritt. Ihre Halme, Samenstände und trockenen Blätter bringen später Struktur in den Wintergarten und bieten Insekten wertvolle Verstecke. Hohe Gräser nur locker zusammenbinden, damit keine Fäulnis entsteht. Geschnitten wird erst im Frühjahr – dann, wenn das neue Leben schon in den Startlöchern steht.
- Beete umgraben
Der Boden will nicht auf den Kopf gestellt, sondern behutsam gelockert werden. In gut gepflegten Gemüsebeeten reichen Sauzahn oder Grabgabel völlig aus: einstechen, rütteln, Luft hineinbringen – und die Bodenschichten bleiben dort, wo sie hingehören. Nur sehr schwere, verdichtete Erde darf ausnahmsweise grob umgebrochen werden, damit der Frost die Schollen sprengt.
- Kompost verteilen
Kompost ist lebendige Nahrung – und die soll nicht ungenutzt durch den Winter ausgewaschen werden. Im Gemüsegarten wartet man daher besser bis zum Frühjahr. Anders ist es dort, wo der Kompost schützt oder im Frühjahr stören würde: unter Beerensträuchern, Hecken, bei Rosen oder in Staudenbeeten darf eine dünne Gabe jetzt sinnvoll sein. Entscheidend ist: wenig, oberflächlich und gezielt.
- Kübelpflanzen düngen
Kübelpflanzen gehen jetzt in die Ruhephase. Dünger würde weiches, anfälliges Wachstum fördern – genau das, was im Winterquartier Pilzkrankheiten wie Grauschimmel begünstigt. Also: nicht mehr düngen, mäßig gießen, hell und luftig stellen. Weniger ist jetzt eindeutig mehr. Vor allem bei allen Citrus, Oleander, Oliven und vielen Palmen.
- Feigen & Co pflanzen
Feigen, immergrüne Magnolien, empfindliche Clematis und andere nicht ganz winterharte Gehölze gehören nicht in die Herbst-Erde. Sie müssen vor dem ersten Winter gut einwurzeln können – sonst vertrocknen sie oft, obwohl man meint, sie seien erfroren. Sicherer ist die Pflanzung im Frühjahr. Dann starten sie kräftig mit wenig Stress und wachsen robuster.


