Die Show der Kontraste - Chelsea Flower Show 2011
Die Chelsea Flower Show 2011 war eine Show der Gegensätze. Einerseits hat die Royal Horticultural Society die Devise ausgegeben: „Resourcen schonen“ , andererseits wurde mit einem noch nie dagewesenen technischen Aufwand der Garten buchstäblich in den Himmel gehoben.
Die größte und älteste Blumenschau der Welt war wieder ein Treffpunkt aller Gartenenthusiasten – gekommen ist zu Beginn gleich die Queen mit Sohn Charles und in den fünf Tagen danach nicht weniger als 156.000 Besucher. Die Eintrittskarte kostete (je nach Besuchstag) etwa 47 Pfund (rund 55 €). Was aber in dieser „Chelsea Week“ gezeigt wird, das bestimmt erfahrungsgemäß den Gartentrend auf der ganzen Welt.
Diesmal war es eine Show der Gegensätze. Da hatte die Königliche Gartenbaugesellschaft die Devise ausgegeben die Umwelt zu schonen und mit den Ressourcen sorgsamer umzugehen. Daher gab es kleine Kunsthandwerksgärten („Artisan“-Gardens), die nur aus alten Baumaterialen errichtet werden. Die „Postkarte aus Wales“, war so ein Garten, der natürlich die begehrte Goldmedaille bekam.
Das Gegenstück dazu – der fliegende Irische Garten – mit dem größten finanziellen Aufwand, der je in Chelsea betrieben wurde: Für 250.000 Pfund (rund 290.000 €) schwebt ein Garten auf einem mächtigen Kranarm in den Himmel. „Auch Ressourcen schonend – den dafür braucht man weniger Grund und Boden“, wie der Gestalter beteuerte.
Apropos Platz sparen – auch das war in einem anderen, großen Schaugarten das Thema: Begrünte Hausfassaden als vertikale Gärten. Pflanztröge in luftiger Höhe mit Gemüse und die Dächer begrünt mit trockenheitsliebenden Kräutern.
Und dann der Kontrast dazu: Der Poolgarten aus Monaco. Stylish und doch ein wenig Retro, wenn man das Mosaik im Schwimmbad betrachtet. Viele der mehr als 40 Schaugärten kombinierten auch altes mit modernem. Schufen eine Spannung, die es so noch nicht gegeben hat. Freilich ist das alles nur ein Teil der Gestaltung. Das wichtigste Ziel war zu zeigen, dass Gärten die einzigen Bereiche sind, wo Ruhe und Entspannung wirklich stattfinden kann.
Auf dieser Blumenschau im Herzen Londons wird aber auch an die kleinen Gartenfreuden gedacht. So zeigt sich als neuester Trend – nach dem Hochbeet: das Tischbeet. Kräuter, Erdbeeren, Salate und sogar die Tomaten wachsen in Blumentrögen, die in leicht transportablen Tischen eingebaut sind.
Nicht fehlen durfte diesmal natürlich die Royale Hochzeit. Als ein wachsendes, duftendes und blühendes Andenken hat der bekannte Englische Rosenzüchter David Austin eine weiße Englische Moschusrose auf „William und Catherine“ getauft und erstmals auf der Chelsea Flower Show präsentiert.
Eindrücke der Chelsea Flower Show
