Englands schönste Gärten - Gartenreise 2011
Wir bestaunen auch 2011 wieder "Die schönsten Gärten Englands": Von 22. Mai bis 27. Mai besuchen wir zwölf private Gartenparadiese in Wiltshire, Berkshire und London. Natürlich fehlen auch die Chelsea Flower Show und die RHS-Gartens in Wisley nicht im Programm.
Reiseleitung: Radio OÖ-Biogärtner Karl Ploberger – London Touristguide Marielies Jackson – kraut&rüben Herausgeber Wolfram Franke
Wenn im Mai 2011 die 19. Gartenreise startet, dann ist es eine ganz besondere: Noch nie gab es so viele private Gärten, die am Besuchsprogramm standen. Dank der viele Kontakte von ORF-Biogärtner Karl Ploberger und Marielies Jackson sind diesmal in der Umgebung von Bristol auch einige Anlagen dabei, die nur sehr selten ihre Gartentore öffnen. Höhepunkt ist freilich wieder der Besuch der größten Blumenschau der Welt, der Chelsea Flower Show in London.
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Programm
Sonntag, 22. Mai 2011
Die Entdeckungsreise beginnt quasi im königlichen „Hausgarten“. Direkt in Windsor Great Park liegt nämlich Saville Garden. Ein Park, der im 20. Jahrhundert für King Georg VI errichtet und in den letzten 5 Jahren gewaltig modernisiert wurde. Schon das Besuchsgebäude mit seiner geschwungenen Dachkonstruktion (aus Windsor-Holz!) ist ein Blickpunkt, noch mehr freilich der riesige Park. Besonderes Augenmerk sollten wir dem vor 15 Jahren gebauten Gewächshaus und dem im Vorjahr eröffneten Rosengarten schenken. Erste Blüten werden sich, wenn die Witterung passt, schon öffnen. Besonders eindrucksvoll ist die Gestaltung der Beete in Form einer großen Rosenblüte. Über einen freischwebenden Ausblick kann man die Anlage von oben genießen. Herrlich sind aber auch die Trockenbeete und die vielen alten Bäume.
Es gibt ein Catering im großen Restaurant und viel Zeit sich vom Flug und der kurzen Nacht zu erholen.
Die Fahrt führt uns dann schon Richtung Bristol und der erste absolute Privatgarten, der nur ganz selten seine Tore öffnet steht am Besuchsprogramm: Biddestone Manor. Die Obergärtnerin Rosie Harris betreut seit 9 Jahren den 3 Hektar großen Garten. Das Haus aus dem 17 Jahrhundert ist seit 30 Jahren im Besitz einer norwegischen Familie. Der Garten lässt nichts an Idylle vermissen: ein Teich mit Schwänen, ein Kräutergarten vor einem typisch englischen Gewächshaus und ein Arboretum mit einer Gehölzsammlung, die sich sehen lassen kann. Dazu noch viel Experimentierfreude, wie der fast schwarzrote bepflanzte Rundgarten mit Buchen, Berberitzen und Sedum zeigt. Mediterranes Feeling kommt im Schwimmbadgarten auf: Eukalyptus und Feigen wachsen hier am Rande des Pools.
Anschließend geht es ins Herz von Bristol, wo wir „Das Bristol Hotel“ direkt im Herzen der Stadt beziehen.
Montag, 23. Mai 2011
Auf unseren Gartenreise haben wir schon viele große Gärten bewundern können, „The Wortley House“ schlägt vermutlich alle Rekorde. Der Garten, der ganz selten für Besucher geöffnet ist, begann vor 25 Jahren „zu wachsen“. Damals haben Simon Dickenson und seine Gattin begonnen aus den Wiesen und Feldern rund ums Haus einen Garten, nein, einen Landschaftspark zu gestalten. Mit beeindruckenden Blicken in die Landschaft ist es gelungen ein lebendes Gemälde zu schaffen – die perfekten Englischen Rasenflächen von enormer Ausdehnung, liefern die beruhigende Kulisse. Ob im Italienischen Garten oder im Obstgarten – eines sieht man, hoffentlich auch schon blühend: Rambler Rosen. Paul’s Himalayan Musk erobert hier zum Beispiel die Bäume. Besonders interessant sind in diesem Garten die vielen zierenden aber auch nützlichen Gartendekorationen. Vom Kinderspielhaus bis hin zu Steinskulpturen – eine sogar vom Dach des Londoner Parlamentsgebäudes. Freilich völlig legal befindet sich das Teil hier. Es musste wegen Absturzgefahr erneuert werden und fand hier einen würdigen Platz.
Es bleibt an diesem Tag ungewöhnlich. „The naked Gardeners“ in Malmesbury stehen am Programm. Abbey House Garden ist von Barbara und Ian Pollard in den letzen 17 Jahren geschaffen worden. Der Architekt mit den langen Haaren („ein Hippie“? – so die skeptischen Bewohner) und das Fotomodell überzeugten aber schnell alle Einheimischen und schufen einen 2,5 ha großen Prachtgarten – im oberen Teil formal gestaltet in den unterschiedlichsten Gartenräumen bis hin zu einem gewaltigen Kräutergarten. Im unteren Teil – nur über steile Wege zu erreichen – der Naturgarten entlang des Flusses Avon. Und das alles vor der großartigen Kulisse der Abbey-Ruine. Im Garten genießen wir ein Lunch und wer Lust hat, kann auch noch den Ort entdecken – eine typische britische Stadt mit allem was dazu gehört.
Den Abschluss an diesem Tag bildet Bolehyde Manor in Allington. Ein Ort mit Geschichte – so wird erzählt - haben sich doch hier Prinz Charles und Lady Di kennengelernt. Aber nicht nur sie – Camilla Parker Bowles lebte hier mit ihrem 1. Mann… Nun gehört das Haus aber seit 20 Jahren dem Earl und der Countness Cairns. Seit 10 Jahren betreut der Headgardener das Anwesen, das biologisch bewirtschaftet wird. Ein Teich im ehemaligen Wassergraben (das erste Haus stand hier vor 1000 (!) Jahren), herrliche Blumenwiesen im Obstgarten, viele Mauern aus Cotswold Steinen und ein großer Gemüsegarten bringen uns das britische Gartenleben in privaten Gärten näher.
Dienstag, 24. Mai 2011
Rosenliebhabern sagt der Name „Mme. Isaac Pereire“ sofort etwas. Wir besuchen heute den Garten der Enkelin: Anita Pereire. Die Gartengestalterin und Gärtnerin aus Leidenschaft hat erst vor 15 Jahren die Felder, die bis an die Haustür der „Priory“ in Kington St. Michael bei Chippenham reichten, zu einem begehbaren Gartenideenbuch gestaltet: 11 Gartenräume sind von der Buchautorin und Designerin geschaffen worden – immer mit dabei: die Weidenblättrige Birne – ihr Lieblingsbaum.
Leidenschaftliches Gärtnern und fachliches Wissen in höchster Perfektion vereint der nächste Privatgarten: „Ridleys Cheer“ in Mountain Bower. Mr. und Mrs. Antony Young haben auf 4,2 Hektar ihr ganz persönliches Paradies verwikrlicht. Jeder der 4000 Bäume wurde von Mr. Young selbst im steinigen Boden gepflanzt – vor allem Magnolien, Eichen, Buchen und Ahorn haben es ihm angetan. Freilich kommen die Blumen nicht zu kurz – rund ums Haus ist in den 44 Jahren ein Blütenparadies entstanden. Mrs. Young ist eine vorzügliche Köchin und wird uns mit einem Lunch verwöhnen.
Nur unweit entfernt liegt „The Manor Farm“. Dieser Garten ist in den letzten 33 Jahren von Sir Michal und Lady Veronica Farquhar geplant und verwirklicht worden. Mauern wurden abgerissen, andere errichtet und nach und nach ist das entstanden, was sich nun präsentiert: kreativ geschnittene Buchsfiguren, eine Hecke, auf der eine Eule dominiert und über 100 Rosen – vielleicht hat auch hier die eine oder andere schon eine Blüte geöffnet.
Damit die Gartenlust auch daheim Wirklichkeit wird, steht zum Abschluss der Besuch eines der bestsortierten Gartencentern in dieser Region am Programm: „Whitehall Garden Center“ in Lacock.
Mittwoch, 25. Mai 2011
Für jene Teilnehmer, die „Englands schönste Gärten“ entdecken, geht es heute gleich am späten Vormittag nach Wisley Gardens – ganz in der Nähe von Heathrow. Hier ist nun ausgiebig Zeit zum Genießen – des „großartigsten Schaugartens“. Die 200 ha große Anlage der Königlichen Gartenbaugesellschaft bietet selbst nach dem x-ten Besuch immer wieder Überraschungen. Neben dem Fixbesuch der Alpinen Gewächshäuser habe ich diesmal die großartigen Obstanlage besucht. Das neue Gewächshaus mit seinen vier Klimazonen überrascht mit einem Blick unter die Erde. Wer noch Platz im Koffer hat (Achtung aufs Gewicht!) kann Bücher und Pflanzen im bestens sortierten Shop einkaufen.
Die Teilnehmer, die auch die Chelsea Flower Show besuchen, treffen an diesem Vormittag in Beech Hill in „The Priory“ (schon wieder eine…) mit den neuankommenden Gästen zusammen. Charly und Margret Carter leben seit 1994 in diesem Haus aus dem 17. Jahrhundert. Die Benediktiner errichteten hier ein Kloster, 500 Jahre lang war bis 1924 das Eaton College der Besitzer. Für Margret Carter („Tita“) ist es aber 1994 nicht das erste Mal, dass sie hier herkam. Schon als Kind gehörte das Haus nämlich einer Tante und während der Kriegsevakuierungen in London verbrachte sie hier viel Zeit. Als die Versteigerung des Hauses anstand, kaufte ihr Mann das Anwesen. Seither wird renoviert und der Garten gestaltet. Ein riesiger Schnittblumengarten, ein Cricket Lawn (der Ehemann ist ein Fan) und ein Garten zur Erinnerung an die Mutter sind nur einige Teile des 4 ha großen Areals, das direkt am Ufer des Laddon Flusses liegt. Tita verwöhnt uns mit einem Lunch.
„The Manor House“ in Upton Grey ist schon einmal auf der Besuchsliste gestanden - für mich damals und auch 2011 einer der Höhepunkt der Gartenreise. Alleine die Geschichte dieses Gartens ist erstaunlich: Gertrude Jekyll und Sir Edwin Lutyens entwarfen 1905 diesen Garten. In den Wirren der beiden Kriege verschwand er aber, bis er vor etwas mehr als 20 Jahren von den jetzigen Besitzern wiederentdeckt und liebevoll revitalisiert wurde. Pläne aus dem Nachlass von Jekyll, ausschließlich alte Gartenpflanzen und die Hand der Besitzerin historisch bedeutsames Kulturgut zu erhalten, schufen den wohl bemerkenswertesten Jekyll Garten.
Nach diesen Gärten am Land, geht es jetzt in die Stadt.
Das Hotel Kensigton Close liegt zentral – unweit ist die U-Bahn-Station Kensigton High Street und die belebte Einkaufsstraße mit vielen Geschäften und Restaurants. Wer noch Lust hat, kann auf eigene Faust den Kensigton Garden entdecken – er liegt in Gehweite vom Hotel.
Donnerstag, 25. Mai 2011
Es ist der Treffpunkt aller Garten- und Blumenfans aus der ganzen Welt: die Chelsea Flower Show. Die älteste und eindrucksvollste Gartenschau der Welt. Wochen vor Eröffnung sind bereits alle Karten verkauft, exakt 154.000 Besucher kommen in 5 Tagen. Wir sind punkt 8 Uhr bereits am Gelände, um dem Ansturm der Besucher ab den späten Vormittagsstunden zu entkommen. Neben den großen Schaugärten sind in den letzten Jahren die kleinen Gärten immer beliebter geworden – für mich sind sie seit einigen Jahren der Schwerpunkt. Freilich – die neuen Pflanzenzüchtungen in der großen Markthalle gehören einfach dazu. Ab 12 Uhr gibt es die Möglichkeit, den nur unweit gelegnen Chelsea Physic Garden, einer der ältesten botanischen Gärten der Welt zu besuchen, er ist im Preis inkludiert. Hier ist nichts von der Hektik der Millionenstadt London zu spüren. Zwei geruhsame Stunden mit der Möglichkeit, individuell ein Lunch zu genießen, stehen zur Verfügung. Anschließend beginnt um 14 Uhr die Stadtrundfahrt, bei der alle wichtigen Sehenswürdigkeiten angesteuert werden.
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Der Abend steht zur freien Verfügung und ist bestens geeignet um ein Musical zu besuchen, allerdings sollte die Rundfahrt und der Theaterbesuch nicht kombiniert werden, da meist der Verkehr sehr stark ist und eine rechtzeitige Rückkehr zum Hotel nicht möglich ist.
Freitag, 26. Mai 2011
Dass London eine „grüne“ Stadt ist, erkennt man schon beim Landeanflug auf Heathrow. Ein besonders interessanter Garten mit nicht weniger als 180 (!) Besitzer liegt im Südwesten der Stadt. Er steht gleich am Morgen am Programm. „Ecclestone Square“ ist quasi ein ummauerter Garten der besonderen Art, wie der rührige Roger Phillips, erklärt. Knapp einen Hektar ist die Anlage groß und ein wahres Schatzkästlein mit einer Nationalen Sammlung an Säckelblumen und mehr als 300 Rosen, viele davon Ramblerrosen, die die Bäume allmählich erobern. Dank der Wohnhäuser („ein beheizter ummauerter Garten“) stehen sie normalerweise um diese Zeit in voller Blüte. Ein Gärtner sorgt dafür dass die 180 Besitzer und 100 zusätzlichen Gäste hier ein Paradies inmitten der Großstadt finden.
Schließlich endet die Gartenreise dort, wo alle ORF-Gartenreisen enden: im Garten der Royal Horticultural Society in Wisley. 800.000 Besucher sind im letzten Jahr hier her gepilgert – meist nicht nur einmal, denn Wisley ist viele Besuche wert. Und wenn man nur die köstlichen „Jacket potatoes“ isst und den Blick auf den 200 ha großen Garten genießt.
Damit jene Teilnehmer, die einen späteren Rückflug haben, länger in dem Garten bleiben können, wird es einen Extra-Shuttlebus zum Flughafen geben.
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Nach wie vor sind Bestimmungen bzgl. des Handgepäcks sehr streng. Auch die Gewichtsbegrenzung des Gepäcks (20 kg) wird streng kontrolliert. Beim Vorbereiten der Reise daher im Koffer Platz für einen eventuellen Pflanzenkauf lassen.
