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Vorschau Gartenreise 2010

Radio Oberösterreich Gartenreise 2010

Die schönsten Gärten Englands

allgemein_gartenreise_vsUnentdeckte Privatgärten, Klassiker der englischen Gartenkunst und die Chelsea Flower Show

Reiseleitung: Radio OÖ-Biogärtner Karl Ploberger – Marielies Jackson – kraut&rüben Herausgeber Wolfram Franke
Termin: 24. Mai 2010 bis 29. Mai 2010


Die 18. Gartenreise führt uns heuer in den Südosten Englands – dort, wo unsere Reisen vor knapp 20 Jahren begonnen haben: die Grafschaften Kent und Sussex. Vom größten und traditionellsten britischen Seebad, Brighton, aus entdecken wir insgesamt 14 Gärten – viele unentdeckte Privatgärten und die Klassiker: Sissinghurst und Great Dixter.

Das Programm im Überblick:

Pfingstmontag, 24. Mai 2010

Wir starten zeitig in der Früh, damit der Tag in englischen Gärten zum Genießen bleibt. Bereits kurz nach dem Zusammentreffen aller Reisenden im Terminal 1 (Neu!) am Londoner Flughafen in Heathrow geht’s zum ersten Privatgarten: Foxhill in Elstead ist ein liebevoll restaurierter Garten den die bekannte Gartengestalterin Gertrude Jekyll in den 20iger Jahren geplant hat und der in den letzten fünf Jahren von Alison und Mike Welton aus dem Dornröschenschlaf geweckt wurde. Viele Beete sind wieder nach den Originalplänen bepflanzt worden. Besonders eindrucksvoll gelungen ist die Gestaltung des Hanggrundstückes mit Steinmauern und Terrassen. Neben einem neuen Gewächshaus im viktorianischen Stil findet man einen Poolgarten und einen Waldgarten.
Gestärkt werden wir mit Sandwiches und Getränken aus dem nahegelegenen Pub „The Donkey“ ehe es gleich zum ersten Höhepunkt der Reise geht: Tilford Cottage in Farnham – ein Künstlergarten mit so viel Charme und Seele, wie man ihn selten findet. Rod Burn ist Gärtner und Kunstschaffender in einer Person und so hat er vor 20 Jahren das denkmalgeschützte und fast verfallene Haus mit samt dem Garten zu einem Juwel gemacht. Er liebt das experimentieren mit Bäumen und Sträuchern und formt Figuren aus Buchs. Der Garten lädt zum Verweilen am Ufer eines Flusses, überrascht mit einem „geheimen“ Kräutergarten und zeigt, wie man mit Kreativität und ohne großen finanziellen Aufwand („fast alle Pflanzen habe ich selber gezogen“) einen Garten gestalten kann.
Dann geht es ins bekannte englische Seebad Brighton, wo unser Hotel, das Hilton Metropole, direkt am Ufer des Strandes liegt. Wer sicher ein Zimmer mit Meerblick (lohnt sich!) haben will, der sollte gleich mitbuchen (Aufpreis). Das charmante ****Hotel ist großteils renoviert und strahlt die goldene Zeit der Ferien am Meer aus. Ein gemeinsames 3gängiges Abendessen beschließt diesen ersten Tag.

Dienstag, 25. Mai 2010

Davon träumen viele: Die Highlights der Englischen Gärten an einem Tag. Gleich in der Früh starten wir nach Great Dixter. Sir Christopher Lloyd, der leider vor einigen Jahren verstorben ist, hat diesen Garten zu einer Pilgerstädte für Gartenliebhaber aus der ganzen Welt gemacht. Seine Bücher sind Großteils die Biografie des Gartens, der sich im Mai von seiner schönsten Seite zeigt. Überschwänglich präsentiert sich das große Staudenbeet, die Blumenwiese vorm Haus oder der einzigartige Senkgarten. Wer Lust und Laune – und genug Platz im Koffer hat – der kann in der nostalgischen Gärtnerei einkaufen. Spezialisiert hat man sich hier vor allem auf Clematis, aber auch viele andere seltene Stauden und Gehölze sind im Sortiment.
Seit einigen Jahren gilt ein Pflichtbesuch für Gartenfreunde in Pashley Manor als Muss. Das Landhaus ist umgeben von einem perfekt gepflegten, parkählichen Garten. Die letzten Tulpen werden blühen, an der Hauswand wird die große und mit viel Liebe gezogene Feige ihre Blätter öffnen und das Lunch werden wir unter den Blütengirlanden eines gewaltigen Blauregens einnehmen. Neben gewaltigen Staudenbeeten und dem herrlichen Gemüsegarten fallen die Skulpturen besonders auf, die die Besitzer geschickt platziert haben.
Am Nachmittag ist es dann soweit: Das von Vita Sackville-West und ihrem Ehemann Herold Nicholson geschaffene Sissinghurst steht am Programm. Nach dem Tod von Vita begann der National Trust den Garten zu pflegen und hat ihn zum berühmtesten Privatgarten der Welt gemacht. Tausende Besucher strömen alljährlich hierher so dass wir pünktlich um 15 Uhr vor Ort sein müssen. Ist man aber einmal im Garten, dann kann man ihn genießen solange man will. Und gerade am späten Nachmittag wenn es wieder ruhiger wird, zeigt er seine ganze Ausstrahlungskraft: der berühmte Weiße Garten, der Kräutergarten mit der „Duftbank“, der Cottagegarten oder der Obstgarten mit seiner naturnahen Blumenwiese.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Der Mittwoch steht wieder ganz im Zeichen der privaten Gartenparadiese, die kaum jemand kennt: Clinton Lodge in Fletching ist das erste Ziel: Das großzügige Landhaus steht in einem Park, der aber ersten in den letzten 30 Jahren errichtet wurde. Besonders auffällig sind die gespiegelten Staudenbeete und der Schwimmbadgarten, der mit Apfelbaumspalieren begrenzt ist. Die Besitzerin hat alles selbst geplant und liebt die „kühlen und friedlichen Stimmungen“. Daher gibt es keine gelben oder orangen Blüten. Bates Green in Arlington ist ein herrlicher und Landhausgarten, der mit seinen vielen unterschiedlichen Gartenbereichen die Liebe der Briten zum Garten eindrucksvoll widerspiegelt. Neben einem Gemüsegarten – ausschließlich mit Hochbeeten – sind auch hier Staudenbeeten in den unterschiedlichsten Lagen – von sonnig bis schattig – zu finden.
Vor elf Jahren begann das selbstständige Gärtnerdasein von Graham Gough und heute ist seine Gärtnerei Marchants Hardy Plants in Laughton bereits über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Gemeinsam mit seiner Frau Lucie hat er auf dem leichten Hanggrundstück sein Gärtnertalent entlang einer Hauptachse verwirklicht. Üppige Blumenbeete mit vielen Raritäten, die in der Staudengärtnerei daneben gleich zu kaufen sind.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Mit dem gesamten Gepäck geht es gleich in der Früh vom Hotel zum nahegelegenen Royal Pavilion und seinem Garten. Ein kurzer Rundgang soll dieses für Brighton so zentrale Gebäude (von außen) und seine Gartenanlage näher bringen. Für diejenigen, die nicht die Chelsea Flower Show besuchen steht nun der Besuch des größten und perfektesten Schaugartens der königlichen Gartenbausgesellschaft am Programm: Wisley Gardens. Neben den neuen Schaugewächshäusern ist der Rosengarten im letzten Jahr neu errichtet worden. Außerdem sind zu dieser Zeit die Gewächshäuser mit den Steingartenpflanzen eine Augenweide.
Für die Flower-Show-Besucher geht dieser Tag mit dem Besuch von Borde Hill Gardens weiter. Hier treffen wir auch mit den neu ankommenden Gästen zusammen, die „London und die Chelsea Flower Show“ alleine besuchen. Borde Hill Gardens ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts in einem ehemaligen Steinbruch angelegt worden. Es ist überraschend, wie viele subtropische Pflanzen hier in diesem Mikroklima gedeihen. 1937 sind die letzten Bäume gesetzt worden – sie sind die Kulisse für eine große Anzahl von Gartenbereichen: ein Ruinengarten in den Mauerresten des Umtopfhauses, ein großer Rosengarten, Viktorianische Gewächshäuser, die bereits zum Teil originalgetreu renoviert wurden und vor allem öffnen sich immer wieder großartige Ausblick in die Landschaft des Sussex Wealds. Sie sind durch keine Zäune abgetrennt – ein typischer „Haha“ bildet die Grenze. Zur Stärkung gibt es Lunch im Restaurant.
Von einem großen Park in einen märchenhaften Hausgarten: Bankton Cottage ist für unsere Verhältnisse mit seinen 1,5 ha noch immer riesig, aber er wird von Rosie Lloyd weitgehend alleine gepflegt. Eiben und Buchshecken bringen Struktur ins Gelände, die Blumenbeete zaubern märchenhafte Bilder. Hier genießen wir Kaffee und Kuchen und lassen den Tag ausklingen ehe es in die pulsierende Metropole London geht.
Das Hotel NH Kensigton direkt bei der U-Bahn Station Earls Court bietet Komfort und ist ideal gelegen um auch noch am Abend Spaziergänge zu unternehmen. Zu Essen gibt es entweder im Hotel (bitte extra bestellen) oder in den vielen internationalen Lokalen im Umfeld.

Freitag, 28. Mai 2010

Schon früh geht es an diesem Tag los, denn wir wollen bereits um punkt 8 Uhr am Gelände der Chelsea Flower Show sein. Da ist es noch angenehm ruhig und man kann die eindrucksvollen Schaugärten genießen. In den letzten Jahren haben sich (auch aus finanziellen Gründen) vor allem die kleineren, aber um so interessanteren Anlagen in den Mittelpunkt des Interesses gedrängt. Dennoch sind die großen Schaugärten der renommierten Gestalter die Attraktion. Für Pflanzenliebhaber und -sammler ist das große Zelt der Höhepunkt der Reise: Ob David Austin mit seinen Rosen, die neuesten Zierlauchzüchtungen oder außergewöhnliche Gartenorchideen hier ist alles zu finden, was das Gärten(innen)herz begehrt. Zu Mittag geht’s aus dem Trubel in den Chelsea Physic Garden – ein kleiner Spaziergang in ein Gartenidylle aus einer längst vergangen Zeit.
Die anschließende Stadtrundfahrt (optional!) zeigt nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, sondern stoppt auch bei den „grünen“ Highlights: Green Park, St. James Park und Mary Rose Garden im Regents Park. Der Abend steht für Musicalbesuche oder einer Fahrt auf der nächtlichen Themse (optional) zur Verfügung.

Samstag, 29. Mai 2010

Dass London eine grüne Stadt ist, das hat man nach zwei Tagen bereits erkannt, aber dass es so versteckte Gartenparadiese gibt, glaubt man nicht: In Dullwich Village besuchen wir die Privatgärten von Mr. und Mrs. Annesley und Mr. und Mrs. Rutherford. Hinter den beiden Georgian Houses aus dem 18. Jahrhundert eröffnet sich ein Gartenparadies, das sofort die Großstadt vergessen lässt: Teiche, Staudenbeete und Gemüsegärten lassen beinahe eine Landhausidylle aufkommen. Ein ehemaliges Pool ist – um noch mehr Natur in die Stadt zu bringen – mit Steinen und aufgefüllt und zu einem Biotop gestaltet worden.

Die Reise endet – traditionell – in Wisley Gardens der Royal Horticultural Society. Hier gibt es auch noch die Möglichkeit zum Einkaufen von Souvenirs und Pflanzen. Nicht verabsäumen sollte man ein Lunch: die Jacket-Potatoes sind weithin bekannt. Für Gäste aus Wien mit späterem Abflug gibt einen extra Termin zur Abholung. Über Heathrow geht es dann wieder heim – ins eigene Gartenparadies.

Nach wie vor sind Bestimmungen bzgl. des Handgepäcks sehr streng. Auch die Gewichtsbegrenzung des Gepäcks (15 kg) wird streng kontrolliert. Beim Vorbereiten der Reise daher im Koffer Platz für einen eventuellen Pflanzenkauf lassen.

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